Umsetzungshindernisse der Soziotherapie in Deutschland

In die­ser Mas­ter­ar­beit wird die Sozio­the­ra­pie, eine ambu­lan­te psych­ia­tri­sche Leis­tung nach § 37a SGB V, the­ma­ti­siert. Über die seit dem Jahr 2000 exis­tie­ren­de Leis­tung wur­de in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der berich­tet, dass sie zwar sinn­voll wäre, aller­dings eine umfang­rei­che und flä­chen­de­cken­de Imple­men­tie­rung nicht erfolgt sei. Das Ziel die­ser Arbeit war es, die aktu­el­le Umset­zung stich­pro­ben­ar­tig zu ermit­teln und mög­li­che Umset­zungs­hin­der­nis­se zu iden­ti­fi­zie­ren sowie in der Fol­ge zu bewer­ten.
Um das Vor­ha­ben umzu­set­zen wur­de in der Arbeit ein Metho­den-Mix ver­wen­det. Aus­ge­hend von einer Lite­ra­tur­ana­ly­se wur­den quan­ti­ta­ti­ve und qua­li­ta­ti­ve Daten im Rah­men einer Befra­gung von Kran­ken­kas­sen, einer Befra­gung von Anbie­tern von Sozio­the­ra­pie sowie Exper­tIn­nen­in­ter­views mit Ver­tre­te­rIn­nen ver­schie­de­ner Ver­bän­de und Orga­ni­sa­tio­nen, die sich mit der Umset­zung von Sozio­the­ra­pie beschäf­ti­gen, erho­ben.
Die Aus­wer­tung der Ergeb­nis­se zeig­te, dass Sozio­the­ra­pie aktu­ell nur in sehr gerin­gem Umfang umge­setzt wird. Es konn­te her­aus­ge­ar­bei­tet wer­den, dass die Grün­de die­ser unzu­rei­chen­den Imple­men­tie­rung vor allem in den ver­trag­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen, die maß­geb­lich von den Kran­ken­kas­sen (-ver­bän­den) defi­niert wer­den, lie­gen. Dies betrifft ins­be­son­de­re die ver­gleichs­wei­se gerin­gen Ver­gü­tungs­kon­di­tio­nen sowie hohe Zulas­sungs­kri­te­ri­en.
Dabei wur­de deut­lich, dass eine umfang­rei­che Umset­zung, ohne die Besei­ti­gung die­ser wesent­li­chen Hin­der­nis­se, nicht erfol­gen wird. Um die in der Arbeit iden­ti­fi­zier­ten kon­kre­ten Umset­zungs­hin­der­nis­se zu redu­zie­ren, bedarf es einer Ver­än­de­rung der Hal­tung der Kran­ken­kas­sen zur Sozio­the­ra­pie, aber auch gesetz­li­che und bun­des­ein­heit­li­che Vor­ga­ben und/oder lan­des­wei­te Rah­men­ver­trä­ge sowie ein gro­ßes Enga­ge­ment aller Betei­lig­ter.