Tiere in der stationären Jugendhilfe

Hun­de als Mit­be­woh­ner ver­hal­tens­auf­fäl­li­ger Jugend­li­cher

Tier­ge­stütz­te Sozi­al­päd­ago­gik ist schon heu­te ein ver­brei­te­ter metho­di­scher Ansatz in der sta­tio­nä­ren Jugend­hil­fe, um Jugend­li­che bei ihrer Ent­wick­lung hin zu eigen­ver­ant­wort­li­chen und gemein­schafts­fä­hi­gen Per­sön­lich­kei­ten zu unter­stüt­zen.

Auf der Grund­la­ge ver­schie­de­ner Theo­ri­en zur Mensch-Tier-Bezie­hung wie der Bio­phi­lie, der Ana­lo­gen Kom­mu­ni­ka­ti­on und der Du-Evi­denz wer­den Tie­ren in der bestehen­den Fach­li­te­ra­tur aller­hand posi­ti­ve Wir­kun­gen auf uns Men­schen zuge­schrie­ben. Als soge­nann­te sozia­le Kata­ly­sa­to­ren initi­ie­ren bzw. erleich­tern sie bei­spiels­wei­se Inter­ak­tio­nen zwi­schen Men­schen in ihrem Umfeld, sie kön­nen in belas­ten­den Situa­tio­nen emo­tio­nal unter­stüt­zend wir­ken und sogar als neue Bin­dungs­fi­gu­ren posi­ti­ve Bin­dungs­er­fah­run­gen ermög­li­chen. Durch den Umgang mit dem tie­ri­schen Gegen­über, das authen­tisch und vor­ur­teils­frei reagiert, kön­nen wir außer­dem unser eige­nes emo­tio­na­les Wis­sen und Aus­drucks­ver­hal­ten erwei­tern. All dies kann zur Ent­wick­lung einer posi­ti­ven Selbst­wahr­neh­mung und einer gelin­gen­den Bezie­hungs­ge­stal­tung bei­tra­gen, was zen­tra­le Zie­le sozi­al­päd­ago­gi­scher Arbeit sind.

In die­ser Arbeit wer­den die posi­ti­ven Wir­kungs­wei­sen tier­ge­stütz­ter Sozi­al­päd­ago­gik am Bei­spiel von Hun­den in der sta­tio­nä­ren Jugend­hil­fe kon­kre­ti­siert. Empi­ri­sche Stu­di­en bil­den die Grund­la­ge für eine kri­ti­sche Betrach­tung der The­ma­tik und zei­gen die Poten­zia­le hun­de­ge­stütz­ter Sozi­al­päd­ago­gik auf. Basie­rend dar­auf wird unter­sucht, mit wel­chen Klient*innen und vor allem unter wel­chen Rah­men­be­din­gun­gen ein dau­er­haf­ter Ein­satz von Hun­den in einer Jugend­hil­fe­ein­rich­tung rat­sam ist. Dabei fal­len neben der Qua­li­fi­ka­ti­on des Per­so­nals und der Eig­nung der Ein­rich­tung vor allem die Offen­heit der Jugend­li­chen für das Kon­zept und die Bedürf­nis­se des Hun­des ins Gewicht. Denn mit Blick auf all die posi­ti­ven Wir­kun­gen und Mög­lich­kei­ten, die hun­de­ge­stütz­te Sozi­al­päd­ago­gik bie­tet, darf einer nicht ver­ges­sen wer­den: Der Hund.