Therapeutisches Klettern mit Kindern und Jugendlichen mit komplexen Traumatisierungen

Handlungsempfehlungen für eine traumasensible Praxis

Die vor­lie­gen­de Arbeit setzt sich mit der Fra­ge aus­ein­an­der, inwie­fern Klet­tern ent­wick­lungs­för­dern­de und the­ra­peu­ti­sche Wir­kun­gen bei der Beglei­tung von Kin­dern und Jugend­li­chen mit kom­ple­xen Trau­ma­ti­sie­run­gen zu ent­fal­ten ver­mag. Damit wird einer­seits dem Aspekt Rech­nung getra­gen, dass erleb­nis­päd­ago­gi­sche Metho­den wie das Klet­tern in unter­schied­li­chen Set­tings der Kin­der- und Jugend­hil­fe prak­ti­ziert wer­den und zugleich gera­de in sta­tio­nä­ren Jugend­wohn­grup­pen mehr­heit­lich Kin­der und Jugend­li­che mit trau­ma­ti­schem Erfah­rungs­hin­ter­grund leben. Eine trau­ma­sen­si­ble Her­an­ge­hens­wei­se beim Klet­tern zu ent­wi­ckeln, scheint auf­grund der beson­de­ren Bedar­fe von Kin­dern und Jugend­li­chen mit kom­ple­xen Trau­ma­ti­sie­run­gen des­halb unab­ding­bar. Zugleich bie­tet das the­ra­peu­ti­sche Klet­tern viel­fäl­ti­ge bio­psy­cho­so­zia­le Wirk­po­ten­tia­le, wel­che für eine umfas­sen­de und ganz­heit­li­che Unter­stüt­zung betrof­fe­ner jun­ger Men­schen hilf­reich sein kön­nen.
Zunächst wird ein bio­psy­cho­so­zia­les Ver­ständ­nis der Ent­ste­hungs­be­din­gun­gen kom­ple­xer Trau­ma­fol­gen im Kin­des- und Jugend­al­ter sowie der hier­aus resul­tie­ren­den Ent­wick­lungs- und Unter­stüt­zungs­be­dar­fe ent­wi­ckelt. Dabei wer­den Rück­be­zü­ge zu psy­cho­t­rau­ma­to­lo­gi­schen sowie bin­dungs­theo­re­ti­schen Erkennt­nis­sen unter Ein­be­zug der kon­sis­tenz­theo­re­ti­schen Per­spek­ti­ve und empi­ri­scher Befun­de wie der ACE-Stu­die her­ge­stellt.
Hier­an schließt die Dar­stel­lung des Klet­terns als erleb­nis­the­ra­peu­ti­sche Inter­ven­ti­on an. Die­se wird von einer Aus­ein­an­der­set­zung mit Gemein­sam­kei­ten und Unter­schie­den von Erleb­nis­päd­ago­gik und Erleb­nis­the­ra­pie sowie der Vor­stel­lung rele­van­ter Model­le erfah­rungs­ori­en­tier­ten Ler­nens gerahmt. Zudem wer­den die ent­wick­lungs­för­dern­den und the­ra­peu­ti­schen Poten­tia­le des Klet­terns her­aus­ge­ar­bei­tet.
Auf Grund­la­ge die­ser Erkennt­nis­se wer­den die trau­ma­spe­zi­fi­schen Wirk­fak­to­ren des Klet­terns in den Blick genom­men sowie Risi­ken und Gren­zen des Klet­terns mit Kin­dern und Jugend­li­chen mit kom­ple­xen Trau­ma­fol­gen dis­ku­tiert. Schließ­lich wer­den Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für eine trau­ma­sen­si­ble Klet­ter­pra­xis abge­lei­tet, auf deren Grund­la­ge heil­sa­me und kor­ri­gie­ren­de Erfah­rungs­räu­me für Betrof­fe­ne eröff­net wer­den können.