Sekundäre Traumatisierung im Kontext Sozialer Arbeit mit Flüchtlingen

Aktu­el­le Coping­stra­te­gi­en in Bezug auf die The­ma­tik.

Die vor­lie­gen­de Arbeit setzt sich mit dem The­ma der Sekun­dä­ren Trau­ma­ti­sie­rung im Kon­text Sozia­ler Arbeit mit Flücht­lin­gen aus­ein­an­der.
Die The­ma­tik wird einer­seits aus theo­re­ti­scher Sicht beleuch­tet, wobei aktu­el­le For­schungs­er­geb­nis­se und Infor­ma­tio­nen aus fach­spe­zi­fi­scher Lite­ra­tur zusam­men­fas­send dar­ge­stellt wer­den.
Im Zuge der empi­ri­schen For­schung wird der Fokus einer­seits auf den Wis­sens­stand der im Feld täti­gen Sozi­al­ar­bei­te­rIn­nen gelegt, als auch ande­rer­seits auf posi­ti­ve Coping­stra­te­gi­en im Umgang mit beruf­li­chen Belas­tun­gen, ins­be­son­de­re durch die Kon­fron­ta­ti­on mit Trau­ma­ta der Kli­en­tIn­nen.
Das Resü­mée führt Theo­rie und For­schungs­er­geb­nis­se zusam­men und zeigt not­wen­di­ge Ver­än­de­run­gen in Theo­rie und Pra­xis Sozia­ler Arbeit als auch in der Aus­bil­dung von Sozi­al­ar­bei­te­rIn­nen auf.

Zu Beginn wird auf spe­zi­fi­sche Her­aus­for­de­run­gen und Span­nungs­fel­der der Sozia­len Arbeit mit Flücht­lin­gen ein­ge­gan­gen um den Rah­men, in dem sich die vor­lie­gen­de Arbeit bewegt, abzu­ste­cken.
Anschlie­ßend wird – aus psy­cho­lo­gi­scher, sozia­ler und neu­ro­bio­lo­gi­scher Per­spek­ti­ve – auf Grund­la­gen der Psy­cho­trau­ma­to­lo­gie ein­ge­gan­gen und dar­auf auf­bau­end auf Theo­ri­en und aktu­el­le Stu­di­en hin­sicht­lich Sekun­dä­rer Trau­ma­ti­sie­rung.
Mög­li­che Risi­ko­fak­to­ren als auch Prä­ven­ti­ons- und Coping­stra­te­gi­en wer­den her­aus­ge­ar­bei­tet.

Im Rah­men der qua­li­ta­ti­ven Inter­views erfolg­te eine aktu­el­le Bestands­auf­nah­me bezüg­lich der The­ma­tik im Kon­text Sozia­ler Arbeit mit Flücht­lin­gen.
Es wur­de the­ma­ti­siert, inwie­fern Sozi­al­ar­bei­te­rIn­nen mit Trau­ma­ta ihrer Kli­en­tIn­nen in Berüh­rung kom­men, wie sie die­se Kon­fron­ta­ti­on erle­ben und in der­ar­ti­gen Situa­tio­nen reagie­ren. Der Fokus der Inter­views wur­de auf Res­sour­cen und Stra­te­gi­en – sowohl auf indi­vi­du­el­ler als auch auf Teamebe­ne – der Sozi­al­ar­bei­te­rIn­nen im Umgang mit die­ser Form der beruf­li­chen Belas­tung gelegt.
Aus den Inter­views ging klar her­vor, dass die befrag­ten Sozi­al­ar­bei­te­rIn­nen inten­siv mit Trau­ma­ta der Kli­en­tIn­nen kon­fron­tiert sind. Ins­be­son­de­re wur­de deut­lich, wie stark die Rah­men­be­din­gun­gen, wie Flücht­lin­ge in Öster­reich leben (müs­sen), ihre pre­kä­re auf­ent­halts­recht­li­che Situa­ti­on als auch der oft­mals unsen­si­ble Umgang der Behör­den mit erleb­ten Trau­ma­ta der Kli­en­tIn­nen von den Sozi­al­ar­bei­te­rIn­nen mit­er­lebt und als belas­tend emp­fun­den wer­den.
Die Bewäl­ti­gung die­ser Belas­tung gelingt ihnen durch akti­ve Selbst­für­sor­ge in Kom­bi­na­ti­on mit team- bzw. ein­rich­tungs­spe­zi­fi­schen For­men der Unter­stüt­zung. Nur rund die Hälf­te der Befrag­ten sind trotz ihres Gefähr­dungs­po­ten­ti­als mit dem Kon­zept Sekun­dä­rer Trau­ma­ti­sie­rung ver­traut.

Für die Zukunft ergibt sich dar­aus die Not­wen­dig­keit einer ver­stärk­ten Aus­ein­an­der­set­zung mit der The­ma­tik, auf theo­re­ti­scher als auch prak­ti­scher Ebe­ne.
Dies kann zu einem pro­fun­de­ren Ver­ständ­nis der Bezie­hungs­dy­na­mi­ken in der Arbeit mit trau­ma­ti­sier­ten Kli­en­tIn­nen als auch mit eige­nen (emo­tio­na­len) Reak­tio­nen der Sozi­al­ar­bei­te­rIn­nen bei­tra­gen und im psy­choedu­ka­ti­ven Sinn das Bewusst­sein hin­sicht­lich der eige­nen Ver­letz­lich­keit bzw. akti­ver Selbst­für­sor­ge stär­ken.
Ins­be­son­de­re die Aus­ein­an­der­set­zung mit eige­nen beruf­li­chen Belas­tun­gen und bewuss­te akti­ve Selbst­für­sor­ge sind not­wen­dig, um das phy­si­sche als auch psy­chi­sche Gleich­ge­wicht der Hel­fe­rIn­nen zu wah­ren, damit sie auch wei­ter­hin pro­fes­sio­nell und empa­thisch sein kön­nen.