Psychiatrie und Zwang

Entwurf einer sozialarbeiterischen Handlungsleitlinie zur Prävention von Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie in Baden-Württemberg basierend auf Berichten von Betroffenen.

Zwangs­maß­nah­men in psych­ia­tri­schen Ein­rich­tun­gen gel­ten in Deutsch­land als stark umstrit­te­nes The­ma, zu dem es aktu­ell nur weni­ge Unter­su­chun­gen gibt. Zudem scheint Zwang schwer ver­ein­bar mit dem Selbst­ver­ständ­nis der Kli­ni­schen Sozi­al­ar­beit zu sein, wel­che stets die För­de­rung der Auto­no­mie der Kli­en­tIn­nen anstrebt. Die Durch­füh­rung von Zwangs­maß­nah­men hin­ge­gen stellt das höchs­te Maß an Fremd­be­stim­mung dar. Ziel der vor­lie­gen­den Mas­ter­ar­beit war es des­halb, zum einen theo­re­ti­sche sowie juris­ti­sche Grund­la­gen von Zwangs­maß­nah­men her­aus­zu­ar­bei­ten, zum ande­ren soll­te mit Hil­fe von vier qua­li­ta­ti­ven Inter­views die sub­jek­ti­ve Sicht­wei­se von Betrof­fe­nen zum The­ma Zwang in der Psych­ia­trie dar­ge­stellt wer­den. Auf Basis die­ser Erkennt­nis­se wur­de eine Hand­lungs­leit­li­nie für die Sozia­le Arbeit zum Umgang mit und zur Prä­ven­ti­on von Zwangs­maß­nah­men in psych­ia­tri­schen Ein­rich­tun­gen ent­wor­fen, um ein Über­den­ken der gän­gi­gen psych­ia­tri­schen Pra­xis zu ermög­li­chen sowie die Fach­kräf­te für die Situa­ti­on der Betrof­fe­nen zu sen­si­bi­li­sie­ren. Durch das Auf­zei­gen diver­ser Alter­na­ti­ven, wie der kli­en­ten­zen­trier­ten Gesprächs­füh­rung oder Dees­ka­la­ti­ons­maß­nah­men soll eine Reduk­ti­on von Zwangs­maß­nah­men in psych­ia­tri­schen Ein­rich­tun­gen ange­strebt wer­den.