Neurosoziotherapie in der Klinischen Sozialen Arbeit

Wel­che Rol­le spielt die Neu­ro­plas­ti­zi­tät in der psy­cho­so­zia­len Bera­tung und Inter­ven­ti­on?

Die Ver­öf­fent­li­chung beschäf­tigt sich mit dem The­ma der Neu­ro­plas­ti­zi­tät und geht der Fra­ge nach, inwie­weit neu­ro­wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se für die psy­cho­so­zia­le Bera­tung und Inter­ven­ti­on in der Kli­ni­schen Sozia­len Arbeit rele­vant sind.
Durch die Fort­schrit­te der Neu­ro­wis­sen­schaf­ten wur­de das Ver­ständ­nis vom Gehirn grund­le­gend revo­lu­tio­niert. So wis­sen wir heu­te, dass das Gehirn nicht sta­tisch, son­dern plas­tisch und lern­fä­hig ist und wäh­rend der gesam­ten Lebens­span­ne ver­än­der­bar bleibt. Jede Lern­er­fah­rung führt zu einer struk­tu­rel­len Ver­än­de­rung des Gehirns, wobei das Gehirn in sei­ner Struk­tu­riert­heit auf das Erle­ben und Ver­hal­ten zurück­wirkt.
Die Anpas­sungs­fä­hig­keit des Gehirns bedeu­tet, dass Denk­mus­ter und Ver­hal­tens­wei­sen ver­än­der­bar sind und durch neue Lern­er­fah­run­gen beein­flusst wer­den. Die vor­lie­gen­de Arbeit unter­sucht, wel­ches Poten­zi­al für die Kli­ni­sche Sozia­le Arbeit in der Aus­ein­an­der­set­zung mit neu­ro­bio­lo­gi­schen Kennt­nis­sen steckt und wel­che Per­spek­ti­ven für die sozi­al­the­ra­peu­ti­sche Arbeit sich dadurch eröff­nen.
Zur Beant­wor­tung der For­schungs­fra­gen wur­de neben der Ana­ly­se fach­ein­schlä­gi­ger Lite­ra­tur eine qua­li­ta­ti­ve Meta­ana­ly­se neu­ro­wis­sen­schaft­li­cher Stu­di­en durch­ge­führt und ein Inter­view mit einem Exper­ten der Berei­che Neu­ro­wis­sen­schaf­ten und Sozi­al­me­di­zin geführt.
Die Ergeb­nis­se zei­gen, dass die Aneig­nung neu­ro­bio­lo­gi­scher Kennt­nis­se prak­ti­zie­ren­den
Sozialarbeiter*innen dazu ver­hel­fen kann, ein tie­fe­res Ver­ständ­nis für die Ent­ste­hung destruk­ti­ver Denk­mus­ter und Ver­hal­tens­wei­sen von Klient*innen auf Grund belas­ten­der Erfah­run­gen zu ent­wi­ckeln, es ermög­licht die pro­fes­sio­nel­le Hilfs­be­zie­hung durch das Mit­den­ken neu­ro­lo­gi­schen Aus­wir­kun­gen nach­hal­ti­ger zu kon­sta­tie­ren und Anknüp­fungs­punk­te für die Pla­nung und Durch­füh­rung ziel­ge­rich­te­ter Inter­ven­tio­nen lie­fert.
Die Aus­ein­an­der­set­zung eröff­net zudem die Per­spek­ti­ve einer „Neu­ro­so­zio­the­ra­pie“ für die Kli­ni­sche Sozia­le Arbeit, wel­che auf Grund­la­ge fun­dier­ten neu­ro­bio­lo­gi­schen Wis­sens Maß­nah­men ergreift, um neu­ro­na­le Struk­tu­ren posi­tiv zu beein­flus­sen und Klient*innen damit zu einer ver­bes­ser­ten Bewäl­ti­gung der Anfor­de­run­gen und Belas­tun­gen in ihrer Lebens­welt zu befä­hi­gen.