Jeder hat andere Ansprüche

Konstruktionen und Rekonstruktionen zum Bedarf von Altenpflegeheimbewohnern.

Die fol­gen­de The­sis befasst sich mit der Fra­ge­stel­lung: „Schät­zen Per­so­nen, die sich
beruf­lich im Kon­text Alten­pfle­ge­heim bewe­gen, den Bedarf von Alten­pfle­ge­heim­be­woh­nern genau­so ein, wie Alten­pfle­ge­heim­be­woh­ner selbst?“ Die­ser Fra­ge­stel­lung wird metho­disch anhand von offe­nen Leit­fa­den­in­ter­views nach­ge­gan­gen, die anschlie­ßend anhand der qua­li­ta­ti­ven Inhalts­ana­ly­se aus­ge­wer­tet wer­den. Dabei lässt sich als Ergeb­nis fest­hal­ten, dass die befrag­ten beruf­lich im Alten­pfle­ge­heim täti­gen Per­so­nen zwar den Kern des Bedar­fes des befrag­ten Alten­pfle­ge­heim­be­woh­ners ken­nen, jedoch in ihre Ein­schät­zun­gen auch ihre per­sön­li­chen Emo­tio­nen ein­flie­ßen las­sen. Dar­aus lässt sich schluss­fol­gern, dass die befrag­ten beruf­lich im Alten­pfle­ge­heim täti­gen Per­so­nen den Bedarf des Alten­pfle­ge­heim­be­woh­ners ledig­lich rekon­stru­ie­ren kön­nen. Das heißt, sie erfas­sen den Kern sei­nes Bedar­fes, auf­fäl­li­ge Details und fügen ihre per­sön­li­chen Emo­tio­nen ein. Sie kön­nen aller­dings aus die­sem Grund nie ori­gi­nal­ge­treu die Ein­schät­zung des Alten­pfle­ge­heim­be­woh­ners wie­der­ge­ben.