Gewaltbetroffene Frauen als „Hard to Reach“ – Klientinnen im Wiener Gesundheitssystem?

In der vor­lie­gen­den Mas­ter­ar­beit wur­de erforscht, wie es Gesund­heits­fach­kräf­ten sowohl im sta­tio­nä­ren als auch im ambu­lan­ten Gesund­heits­be­reich gelin­gen kann, gewalt­be­trof­fe­ne Frau­en in Paar­be­zie­hun­gen im Wie­ner Gesund­heits­sys­tem als sol­che zu erken­nen und dar­an anschlie­ßend eine Unter­stüt­zung zu bie­ten, die es den Frau­en gleich oder nach eini­ger Zeit mög­lich macht, sich an Opfer­schutz­ein­rich­tun­gen zu wen­den.

Dabei wur­de erforscht, wel­che Ide­en und Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge Exper­tin­nen sowohl aus dem Gesund­heits­be­reich als auch aus dem Opfer­schutz­be­reich für eine ver­bes­ser­te Errei­chung von gewalt­be­trof­fe­ne Frau­en im Gesund­heits­sys­tem haben und wel­che Bedeu­tung dabei der Kli­ni­schen Sozia­len Arbeit zukommt. Die Daten­er­he­bung erfolg­te qua­li­ta­tiv durch pro­blem­zen­trier­te Leit­fa­den­in­ter­views mit Exper­tIn­nen sowohl aus dem Gesund­heits­sys­tem als auch aus dem Opfer­schutz­be­reich.

Die For­schungs­er­geb­nis­se zei­gen, dass gewalt­be­trof­fe­ne Frau­en im Gesund­heits­sys­tem nur dann über ihre erlit­te­nen Miss­hand­lun­gen spre­chen, wenn die Gesund­heits­fach­kräf­te psy­cho­so­zi­al agie­ren. Auf Grund man­geln­der Schu­lun­gen und der der­zeit herr­schen­den Rah­men­be­din­gun­gen in den Kran­ken­an­stal­ten, gelingt es den Gesund­heits­fach­kräf­ten jedoch nur teil­wei­se psy­cho­so­zia­les Han­deln umzu­set­zen. Die seit 2009 ver­pflich­ten­den Opfer­schutz­grup­pen sind als Chan­ce zu betrach­ten, die Situa­ti­on zu ver­bes­sern. Dies geht jedoch nur mit Unter­stüt­zung von „höhe­ren“ Stel­len, die Gewalt als gesund­heit­li­ches Pro­blem aner­ken­nen und somit psy­cho­so­zia­le Hil­fe im Gesund­heits­sys­tem för­dern. Die Kli­ni­sche Sozia­le Arbeit, könn­te einen wich­ti­gen Bei­trag zur ver­bes­ser­ten Errei­chung von gewalt­be­trof­fe­nen Frau­en im Gesund­heits­sys­tem leis­ten.