Exhibitionismus

Phänomen – Prognose – Behandlung.

Exhi­bi­tio­nis­ti­sche Taten sind die am wenigs­ten verständlichen (Sexual‐)Straftaten. Vor allem ihr Nut­zen für den Täter ist nur schwer fass­bar. Des­halb wohl ent­ste­hen beim Kon­takt mit ihnen nicht nur bei Fachkräften der Straffälligenhilfe immer wie­der Unsi­cher­hei­ten bezüglich ihrer Gefährlichkeit und der Art des Umgan­ges mit ihnen. Sind exhi­bi­tio­nis­ti­sche Taten Ein­stiegs­ta­ten in eine pro­gre­dient ver­lau­fen­de Sexu­al­de­lin­quenz? Oder sind alle Exhi­bi­tio­nis­ten monotro­pe, noto­ri­sche Wiederholungstäter? Dies sind wohl die häufigsten Annah­men über die­se Tätergruppe. Die Vor­stel­lun­gen darüber, wie dem Exhi­bi­tio­nis­ten zu hel­fen sei rei­chen von gar nicht bis zu detail­ier­ten The­ra­pie­ma­nua­len. Auch in der Arbeit der Bewährungshilfe tau­chen Exhi­bi­tio­nis­ten regelmäßig auf. Gera­de weil häufig kei­ne beson­de­ren Pro­blem­la­gen zu eru­ie­ren sind ent­steht schnell Rat­lo­sig­keit über eine sinn­vol­le, rückfallpräventive Arbeit. Die­se Rat­lo­sig­keit bei vie­len Kol­le­gen führte zunächst zur Idee eines Auf­sat­zes, der den aktu­el­len For­schungs­stand beleuch­tet und schließ­lich sogar zu einer eige­nen Erhe­bung mit den Daten der Bewährungshilfe in Baden‐Württemberg, die im Fol­gen­den dar­ge­stellt wer­den.