Beitrag 5 – Förderung instrumenteller Kompetenzen Jugendlicher am Beispiel eines Phasenmodells zur Wohnraumreinigung

Instru­men­tel­le Kom­pe­ten­zen wer­den im vor­lie­gen­den Bei­trag als die Kom­pe­ten­zen ver­stan­den, die her­an­wach­sen­de Per­so­nen zur eigen­stän­di­gen All­tags­be­wäl­ti­gung benö­ti­gen. Dazu gehö­ren regel­mä­ßig wie­der­keh­ren­de all­täg­li­che Auf­ga­ben, wie bspw. das Ein­kau­fen, die Essens­zu­be­rei­tung und die Wohn­raum­rei­ni­gung. Sie wer­den im Rah­men von infor­mel­len sowie non-for­ma­len Lern­pro­zes­sen erwor­ben und sind Grund­la­ge für eine selbst­stän­di­ge sowie selbst­ver­ant­wort­li­che Lebens­füh­rung. Die Befä­hi­gung zur eigen­stän­di­gen Wohn­raum­rei­ni­gung kann mit der Per­spek­ti­ve auf das selbst­stän­di­ge Woh­nen und Leben Jugend­li­cher als ein Ziel bei der Erbrin­gung von Betreu­ungs­leis­tun­gen ange­se­hen wer­den. Der Ord­nungs- und Sau­ber­keits­sinn ist auf­grund ver­schie­de­ner Fak­to­ren bei jeder Per­son mehr oder weni­ger gut aus­ge­prägt. Im All­tag der ambu­lan­ten und sta­tio­nä­ren Jugend­hil­fe ist es nicht unge­wöhn­lich, dass getrof­fe­ne Ver­ein­ba­run­gen und die damit ver­bun­de­nen Auf­ga­ben gar nicht oder nur unzu­rei­chend erfüllt wer­den. Es kommt zu Ver­wei­ge­rungs­hal­tun­gen bis hin zu oppo­si­tio­nel­len Ver­hal­tens­äu­ße­run­gen, denen auch mit Bestra­fun­gen begeg­net wird. So wird ver­kannt, dass es sich bei man­geln­der Hygie­ne und Sau­ber­keit, aber auch bei all­ge­mei­nen Schwie­rig­kei­ten mit der Erfül­lung von über­tra­ge­nen Auf­ga­ben um kein Fehl­ver­hal­ten han­delt, wel­ches abzu­bau­en bzw. abzu­schwä­chen wäre.
Edel­mann & Witt­mann (2012) kon­sta­tie­ren aus lern­psy­cho­lo­gi­scher Sicht, dass mit For­men der direk­ten und indi­rek­ten Bestra­fung uner­wünsch­tes Ver­hal­ten abge­baut wer­den kann. So kann in der Fol­ge davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass der regel­mä­ßi­gen Wohn­raum­rei­ni­gung zukünf­tig nicht nach­ge­gan­gen wird, oder all­ge­mein, all­täg­lich zu bewäl­ti­gen­de Tätig­kei­ten ver­mie­den wer­den, da sie nega­ti­ve Emo­tio­nen her­vor­ru­fen und mit Sank­tio­nen asso­zi­iert wer­den. Für den Auf­bau bzw. die Stär­kung und nach­hal­ti­ge Kon­so­li­die­rung erwünsch­ten Ver­hal­tens, bie­tet sich der geziel­te Ein­satz ope­ran­ter Ver­fah­ren, ins­be­son­de­re die Form der posi­ti­ven Ver­stär­kung, an.