Ältere Drogenabhängige mit ihren Beschwerden und Wünschen an die Zukunft: Handlungsansätze der Sozialen Arbeit

Vie­le Drogenabhängige – ins­be­son­de­re die­je­ni­gen, die an nied­rig­schwel­li­ge Pro­gram­me der Sucht­hil­fe ange­bun­den sind ‐ lei­den schon ab der Lebens­mit­te unter aku­ten und chro­ni­schen Krank­hei­ten. Beson­ders häufig sind Hepa­topa­thi­en und Zahn­erkran­kun­gen, aber auch Herz‐Kreislauf Erkran­kun­gen und Atem­be­schwer­den. Dazu kom­men psy­chi­sche Störungen, vor allem Depres­sio­nen, Ängste und Panik­at­ta­cken sowie sozia­le Iso­lie­rung. Zur Behand­lung ihrer körperlichen Krank­hei­ten und psy­cho­so­zia­len Störungen sind die meis­ten älteren Drogenabhängigen auf die Ein­nah­me von Medi­ka­men­ten ange­wie­sen, die sie gewöhnlich mit Stra­ßen­dro­gen kom­bi­nie­ren. Über die Wech­sel­wir­kun­gen der unter­schied­li­chen Sub­stan­zen sowie deren Aus­wir­kun­gen auf die psy­chi­sche und phy­si­sche Gesund­heit ist wenig bekannt. Umso wich­ti­ger ist eine opti­ma­le Ver­net­zung mit dem medi­zi­ni­schen und psy­cho­so­zia­len Ver­sor­gungs­sys­tem. Hier kann Sozi­al­ar­beit mit Case Manage­ment anset­zen mit indi­vi­du­ell zuge­schnit­te­nen Hilfe‐ und Veränderungsplänen. Für die klei­ne Grup­pe von Per­so­nen, die moti­viert ist, die Drogenabhängigkeit hin­ter sich zu las­sen, können Case Mana­ger in Zusam­men­ar­beit mit der Kli­en­tel und mit Ärzten und Ärztinnen Abdosierungs‐ und Ausstiegspläne erar­bei­ten in Kop­pe­lung mit Ange­bo­ten für eine sinn­vol­le Gestal­tung des All­tags. Für die Mehr­heit, die mit der medikamentösen Behand­lung ihrer Sucht alt wer­den will, geht es eher dar­um, aku­te Pro­ble­me, die das All­tags­le­ben belas­ten, in den Griff zu bekom­men. Dafür bie­ten sich Problemlösungs‐Trainings an, die hel­fen, die Lebens­si­tua­ti­on der älteren Drogenabhängigen zu ver­bes­sern. Darüber hin­aus erwei­sen sich Kon­sum­re­duk­ti­ons­pro­gram­me als hilf­reich zur Stärkung der Selbst­kon­trol­le im Umgang mit psy­cho­ak­ti­ven Sub­stan­zen. Für alle älteren Drogenabhängigen liegt der Fokus auf der Ver­bes­se­rung der Gesund­heit und der Lebens­si­tua­ti­on sowie dem Auf­bau eines pro­fes­sio­nel­len Hil­fe­netz­wer­kes.